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Das Jahr 2013: 10 wichtigsten Mängel der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk

2013/02/01 in Meinungen, Politik, Untertitel, Zukunft

Pressemitteilung

 

Wie jeder inzwischen weiß zahlen Gehörlose in Deutschland ab dem 1. Januar 2013 aufgrund der beschlossene 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag einen ermäßigen Rundfunkbeitrag. Ich habe die ersten Monate im Januar 2013 alles genau beobachtet und da haben Öffentlich-Rechtlichen schon eine Menge geleistet! Trotzdem dürfen wir uns nicht vergessen, dass in anderen Ländern (z.B. England, USA) an Qualität noch viel besser ausgestattet sind!

 

Darum zeigen wir hier 10 wichtigsten Mängel der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk:

  • Zuwenig Untertitel im Fernsehen
    Im Fernsehen der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk waren laut Stand (nach unsere eigene Berechnung) vom November 2012 ( Link ) nur 22,72% mit Untertitel gezeigt worden.  Durch den Einführung der Rundfunkbeitrag sind die Sender aufgefordert worden, im neuen Jahr 2013 mehr zu untertiteln. Dies können wir überraschend auch spürbar feststellen. So betrug im Januar 2013 ( Link ) stolze 28,52% mit Untertitel. Die Quote könnte noch einiges mehr sein, würden wir die regionale Nachrichten, welche teils auch mehrfach zu gleichen Zeitpunkt unterschiedlich untertiteln. Aber bis zum Ziel 100% Untertitel in allen Programmen der Öffentlich-Rechtliche ist es noch ein langer Weg! Die Privatfernsehen sendeten im Januar 2013 lediglich nur 2,85% Untertitel.
  • Zuwenig Gebärdensprache im Fernsehen
    Es gibt für Gehörlose nur sehr wenige Sendungen, die für Gehörlose optimal geeignet sind. Lediglich Phoenix zeigt täglich “Tagesschau” und “Heute Journal” eine Gebärdenspracheinblendung an. Zudem gibt es noch von Bayerischen Rundfunk die Sendung “Sehen statt Hören” (Sendung für Gehörlose), das wöchentlich einmal halbstündig Neues gezeigt wird. Wer noch mehr sehen will, muß sich allerdingst einen schnellen Internetzugang und einen Computer / Touch (z.B. iPad) / Handys zusätzlich leisten, dort findet man noch mehrere Gebärdenspracheinblendung, die vom Öffentlich-Rechtliche nachträglich bereitgestellt wurden. Viele Bürger empfinden es jedoch angenehm, wenn man sie über Fernsehen empfangen werden kann. Techniken wie HbbTV sollen das möglich machen, jedoch werden nicht alle Set-Top-Box Receiver bestückt und auch sei das sonst zu ungeeignet und befindet noch ganz am Anfang der Entwicklung.
  • Mediathek sind nicht alles untertitelt
    Das die Fernsehsender sich nicht nur auf Fernsehen, sondern auch im Internet oder mobile Geräten zu erreichen sind, finden wir eine gute Sache. Man muß aber dazu sagen, das bis jetzt noch nicht beim allen Sendern die Fernsehbeiträge mit Untertitel im Mediathek zur Verfügung stehen, obwohl es im Fernsehen untertitelt sind. Sogar die einzige Sendung für Gehörlose von Bayerischen Rundfunk “Sehen statt Hören” (Sendung für Gehörlose) standen bis heute noch nicht einmal die Möglichkeit im Mediatheken zur Verfügung. Diese soll ab April 2013 erst zur Verfügung stehen.
  • Zuwenig Kinderangebote für Hörgeschädige
    Kritisch möchte ich anmerken, das die Kinderkanal KiKa noch viel deutlicher mit Untertitel angeboten werden müsse, da bis jetzt zwischen 6 – 21 Uhr lediglich nur 2-3% im Monat untertiteln und das spricht nicht für Inklusion! Es muß eine deutliche Schritte nach Oben erkennbar sein! Denn auch schwerhörigen Kindern brauchen dringends mehr Untertitel und für gehörlose Kinder wäre es logisch, das man auch mehrere Gebärdensprachsendung für gehörlose Kinder geben müsse! Positiv möchte ich hinweisen, das NDR die erste Fernsehsender mit Kindernachrichten in Gebärdensprache zeigt, aber leider nur auf NDR-Webseite ( Link ) im Internet. Es wäre ein guter Schritt, wenn diese Sendung auch im Kinderkanal KiKa wenigstens gezeigt würde, gerade auch deshalb wenn man Vorbilder der Inklusion sein möchte! Die LILIENFILM ( http://www.lilien-film.de/ ) hatte mal vor 1 ½ Jahren dem Öffentlich-Rechtliche einen Konzept erste gebärdensprachliche Kindersendung Deutschlands produzieren zu wollen, vorgestellt. Der Vorschlag wurde vom Öffentlich-Rechtliche jedoch nicht angenommen. Wer jedoch unterstützen möchte, kann das hier ( Link ) nachschauen.
  • Zuwenig Berichte über Gehörlosen
    Viele Gehörlose Menschen ärgern es sich, das im TV viel zuwenig über Gehörlose berichten. Obwohl es viele Veranstaltungen für Gehörlose, auch Höhepunkte werden im TV nur oft sehr kurz oder gar nicht gezeigt oder wenn ein Gehörloser im Studio sind, die Gebärdensprachdolmetscher aber im Fernsehen für die Zuschauer nicht zu sehen sind.
  • Werbungen sind nicht untertitelt
    Auch Gehörlose kaufen Produkte und wollen die Rechte auch wahrhaben, was im Fernsehen wirklich zu hören sind. Bis heute kenne ich kein einzige Sender, die die Werbung auch untertitelt hat.
  • Staatliche Aufsicht für Untertitelrichtlinien fehlen
    Wir brauchen einen überarbeiteten Untertitelrichtlinien das auch Audiodeskription, Untertitel und Deutsche Gebärdensprache umfassen müssten! Zwar wird dies derzeit unter anderem beim NDR und ARD durch tauben Fachleuten der Arbeitsgruppe Sign-Dialog von der Deutschen Gehörlosen Bund e.V. standardisiert, dies begrüßen wir auch. Jedoch müsste die Kontrolle auf staatliche Aufsicht auch für Untertitelrichtlinien gewährleistet sein bzw. diesen dann entsprechend geahndet werden!
  • keine festgelegte Untertitel-Quoten
    In Deutschland gibt es von der staatlichen Stelle keine festgelegte Untertitelquoten für einen bestimmten Zeitraums. In anderen Ländern in England gibt es hingegen einen Kommunikationsgesetz der die Untertitelquoten eines bestimmten Zeitraums vorschreibt! So musste in England im Jahr 2008 auf mindestens 60% auf allen analogen und digitalen Fernsehsendern untertiteln, heute wird sie auf vielen Programme beim weitem stark übertroffen. So erreichten etliche BBC-Kanäle im Jahr 2008 bereits 100% Untertitel ( Link ). Außerdem müssen sie regelmäßig die Quotenstatistik für Audiodeskription, Untertitel und Britischen Gebärdensprache für die Öffentlichkeit nachweisbar zugänglich gemacht werden ( Link ). Auch in Frankreich habe man bereits im Jahr 2007 von der CSA  ( Wikipedia ) einen Gesetz verabschiedet, der vorschreibt das innerhalb 5 Jahren alle sämtliche Programme zu untertiteln. In Spanien habe man bereits am 24.01.2011 einen “Allgemeine Gesetz über audiovisuelle Kommunikation” ( Link ), der vorschreibt das im Jahr 2013 auf öffentlichen Fernsehen mit mindestens 90% Untertitel und auf privaten Fernsehen 75% Untertiteln muss. Dies wird in Deutschland jedoch vermisst.
  • zuwenig barrierefreie Veranstaltungen
    Auch bietet der Öffentlich-Rechtliche auf zahlreichen aktiven Veranstaltung mit dem Bürgern vor Ort an. Einzusehen kann man das hier:

    – Veranstaltung ARD: Link
    – Veranstaltung ZDF: Link
    – Veranstaltung Deutschlandradio: Link
    Man darf gefragt werden: Sind diese regelmäßigen aufgeführten Veranstaltungen überhaupt barrierefrei gewährleistet? Werden dort auch alternativ mit Untertitel oder Gebärdensprachdolmetscher für die gehörlose Bürger die Möglichkeit gewährleistet? Es ist aber oft so, das man bei diesem Veranstaltungsort über öffentlichen einblendbaren aufgestellten TV bzw. Leinwänden nicht untertitelt sind. Wenn überhaupt, nur ganz selten eine „Service für Gehörlosen“ angeboten bekommt. Stellt euch vor, ihr zahlt Eintritt beim Veranstaltung und kriegt dabei nichts mit, was die Moderatoren im Studio gerade erzählen, obwohl es im Live-Fernsehen für die Zuschauer zu Hause eine Untertitel vorliegt. Und man wird sogar als Rollstuhlfahrer beim ZDF-Veranstaltung “ZDF log in” aus Sicherheitsgründen den Zutritt verweigert ( Link ).

    Die Politiker müsste eine Rahmenbedingungen schaffen, damit die Gehörlosen und Behinderten nicht ganz ausgeschlossen werden! Auch sonst sieht die öffentliche Teilhabe (u.a. Kino, Theater, Veranstaltungen) für Hörbehinderten Leuten in Deutschland äußert mangelhaft.

  • zuwenig Forschungsbereiche für zukünftige Technologien
    Auch die Gehörlose wünschen, das die Öffentlich-Rechtliche sich mehr bekennt, sich für Forschungsbereiche für zukünftige Technologien beim Hörgeschädigte deutlich mehr investieren sollten. Wir begrüßen jedoch die Schritte einige Landesrundfunkanstalten in den letzten Jahren, das u.a. auch Verbänden von Gehörlosen, Schwerhörigen und Sehbehinderungen mehrmals eingeladen haben. Das sollte langfristig auch erhalten bleiben!

Download (zum Ausdrucken, Verteilen etc.): Das Jahr 2013: 10 wichtigsten Mängel der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk

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